Montag hat sie sich gemeldet und wir konnten ein paar private Worte wechseln. Viele waren es nicht, denn dann purzelten die Tränchen. “Ich muss das Licht wieder finden”, sagt sie. Und ich glaube nicht so recht, dass es mit einer Überweisung zum Psychologen und einer insgesamt dreiwöchigen Auszeit getan ist. Das wird ein langer Weg…
Für uns hieß das erstmal alle bisherigen Einsatzpläne umschmeißen und zwei weitere Gruppen abdecken. Zu guter Letzt meldete sich dann auch noch eine weitere Kollegin krank. Da war das Chaos dann komplett! Und das in der Prüfungsphase… Einige Gruppen haben die schriftliche Abschlussprüfung jetzt hinter sich und werden in wenigen Wochen die mündliche absolvieren. Es sind in diesem Jahr eher schwache Gruppen am Start. Gruppen, mit Wortführern, die das Lernen nie gelernt haben und sich standhaft weigern, irgendwas zu tun. Gruppen ohne Zusammenhalt. Gruppen mit Zusammenhalt und Leistungswillen aber vielen Problemfällen sozialer, gesundheitlicher oder auch lerntechnischer Natur (interessanterweise gibt es leistungstechnisch tatsächlich Jahrgänge, wie gesagt aus unterschiedlichen Gründen, aber sortiert nach Jahren).
Es ist also ein Phase der Ausbildung, die – insbesondere angesichts der Gruppen – erhöhten Einsatz braucht. Und wenn dann zwei Ausbilder ausfallen, dann wird die Personaldecke dünn. Und man kann halt nicht alles und jeden durch Honorarkräfte abfedern. Gerade die sozial Benachteiligten brauchen ihre Vertrauenspersonen. Naja, die zweite Kranke fällt nur kurz aus. Das ist immerhin ein Trost…